Anatomie und Physiologie

Kinderkardiologie

Leiter:
Prof. Dr. med. Sven Dittrich

Anatomie und Physiologie

Anatomie

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Das Herz besteht aus 4 Hohlräumen: einer rechten und einer linken Kammer, auch rechter (RV) und linker Ventrikel (LV) genannt, sowie einem rechten und linken Vorhof, auch rechtes (RA) und linkes Atrium (LA) genannt. Die beiden Vorhöfe sind durch eine Vorhofscheidewand (Atriumseptum, AS) und die beiden Kammern durch eine Kammerscheidewand (Ventrikelseptum, VS) voneinander getrennt. Im Modell wird das Innenleben des Herzens dargestellt, deshalb zeigt sich z.B. das Ventrikelseptum, welches aus Muskelgewebe besteht, als Freiraum zwischen den Kammern.

Es gibt 4 Herzklappen, die das Blut nur in eine Richtung durchlassen. Die sog. Segelklappen oder AV-Klappen, sind zwischen Vorhof und Kammer geschaltet, die Taschenklappen zwischen der Kammer und dem wegführenden Gefäß. Die Trikuspidalklappe liegt zwischen dem rechten Vorhof und der rechten Kammer, die Mitralklappe zwischen linkem Vorhof und linker Kammer, die Pulmonalklappe zwischen rechter Kammer und Lungenstrombahn, sowie die Aortenklappe zwischen linker Kammer und Körperstrombahn.

Es gibt einige wichtige Gefäße die zum Herzen hin (VENEN) und vom Herzen weg (ARTERIEN) führen: In den rechten Vorhof münden die obere - Vena cava superior (VCS) - und untere Hohlvene – Vena cava inferior (VCI) - die das sauerstoffarme „verbrauchte“ Blut aus dem Körper zum Herzen hin transportieren. Aus der rechten Kammer führt die Lungenschlagader (Pulmonalarterie, PA) das Blut in die Lunge. Hier wird es mit Sauerstoff angereichert und gelangt durch 4 Lungenvenen, die in den linken Vorhof münden, zurück ins Herz. Von der linken Kammer aus, wird das Blut dann über die Körperschlagader (Aorta) in den Kopf und Körper transportiert, wo es den Sauerstoff wieder ans Gewebe abgeben kann. Die Aorta verläuft erst nach oben, macht dann einen Bogen – hier gehen die Gefäße für den Kopf und die Arme ab -  und läuft dann nach unten in Richtung Bauchraum.

Physiologie

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Aus dem gesamten Körper und den Organen wird sauerstoffarmes Blut in den Hohlveen (1) zusammengeführt und in den rechten Vorhof geleitet. Dieser füllt sich und zieht sich dann zusammen („pumpt“), sodass sich ein gewisser Druck bildet, der die Trikuspidalklappe öffnet. Das Blut fließt dann in die rechte Herzkammer (2). Diese füllt sich erneut, der Herzmuskel spannt sich an (kontrahiert) und baut so einen starken Druck auf, der die Pulmonalklappe öffnet. Das Blut fließt über die Lungenarterie (3), die sich in einen rechten und linken Ast teilt in beide Lungenflügel. Hier werden die roten Blutkörperchen mit Sauerstoff angereichert, also „beladen“ (4), und fließen über die Lungenvenen in den linken Vorhof zurück. Hier sammelt sich erneut Blut, wodurch ein Druck erzeugt wird, der nun die Mitralklappe öffnet. Das Blut gelangt in die linke Herzkammer (5). Der Herzmuskel kontrahiert und öffnet durch den erzeugten Druck die Aortenklappe (6). Das sauerstoffreiche Blut wird also in den Körper gepumpt und kann alle Organe versorgen. Hat es seinen Sauerstoff an das Gewebe abgegeben, gelangt es wieder über die Hohlvenen (1) ins rechte Herz und zirkuliert von Neuem.

Im linken Teil des Herzens herrschen sehr viel höhere Drücke, als im rechten Teil, da es mehr Kraft benötigt das Blut in den Körper zu pumpen, als in die Lunge.

Durch eine intakte Scheidewand, sowohl zwischen den Vorhöfen, als auch zwischen den Kammern, werden Hochdruck- (linkes Herz) und Niedrigdrucksystem (rechtes Herz) voneinander getrennt. Zudem trennt das Septum auch Lungen- und Körperkreislauf vollständig, sodass das sauerstoffarme Blut nicht mit sauerstoffreichem Blut gemischt wird