Truncus arteriosus communis

Kinderkardiologie

Leiter:
Prof. Dr. med. Sven Dittrich

Truncus arteriosus communis

Anleitung siehe Allgemeine Informationen zum Aufbau der 3D-Modelle

Der Truncus arteriosus communis (TAC) gehört zu den selteneren Herzfehlern.

Beschreibung

Abb. 3.9.1 zum Vergrößern bitte anklicken

Bei diesem Herzfehler entspringen die großen, vom Herzen wegführenden Gefäße – Aorta und Lungenschlagader – nicht getrennt aus den Kammern, sondern aus einem gemeinsamen Stamm, dem „Truncus“, der über beiden Kammern sitzt und nur eine Herzklappe hat. Zudem gibt es einen Kammerscheidewanddefekt, wodurch dem Truncus Blut aus beiden Kammern zugeleitet wird. Man unterscheidet verschiedene Formen, die sich größtenteils auf die Art des Abgangs der Lungenschlagader beziehen.

Der Körper erhält gemischtes, also nicht vollständig gesättigtes Blut.

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Symptome

Diese sind sehr unterschiedlich. Manche Kinder sind in den ersten Lebenswochen unauffällig, andere fallen durch eine zu niedrige oder zu hohe Lungendurchblutung auf. Auffällig können eine angestrengte Atmung oder Zyanose (Blausucht) sein.  Mit der Zeit entstehen allgemeine Zeichen einer Herzinsuffizienz wie z.B. eine beschleunigte Atmung, Trinkschwäche und Gedeihstörung oder häufige Atemwegsinfekte.

Ist die Aorta zu klein ausgebildet, kann das Kind bei Verschluss des Ductus arteriosus (normalerweise in den ersten Lebenstagen) in eine lebensbedrohliche Situation mit akutem Herzversagen kommen.

Therapie

Der Herzfehler muss bald nach der Geburt mit Hilfe einer Operation behoben werden.

Der gemeinsame Arterienstamm wird dem linken Ventrikel zugeordnet. Die Lungenarterien werden mithilfe eines künstlichen Gefäßes, einem sog. Conduit, mit dem rechten Ventrikel verbunden. Der Kammerscheidewanddefekt  wird mit einem Flicken verschlossen. Nach der Operation ist die Prognose gut, es muss jedoch mit Folgeeingriffen gerechnet werden, vor allem, da das Conduit nicht mitwächst und im Laufe des Wachstums getauscht werden muss.