Persistierender Ductus arteriosus

Kinderkardiologie

Leiter:
Prof. Dr. med. Sven Dittrich

Persistierender Ductus arteriosus

Anleitung siehe Allgemeine Informationen zum Aufbau der 3D-Modelle

Der persistierende Ductus arteriosus (PDA) ist mit ca. 10% einer der häufiger auftretenden Herzfehler und findet sich oft bei Frühgeborenen.

Beschreibung

Abb. 3.6.1 zum Vergrößern bitte anklicken

Der Ductus arteriosus ist eine physiologische, d.h. normale, Kurzschlussverbindung im Mutterleib, die sich normalerweise innerhalb des 2. bis 10. Lebenstag von selbst verschließt. Bleibt dieser Verschluss aus, so entsteht ein Links-Rechts-Shunt, es fließt Blut von der Aorta in die Lungenarterie (grüner Pfeil in Abb. 3.6.1). Die Lunge und damit das gesamte Herz hat eine deutliche Mehrbelastung.

Symptome

Häufig ist dieser Herzfehler symptomfrei und es lässt sich lediglich ein Herzgeräusch beim Auskultieren (Abhören) feststellen. Ist der Defekt jedoch sehr groß treten Symptome einer Herzschwäche auf: das Kind trinkt und/oder gedeiht schlecht, atmet schnell und schwitzt eventuell. In einigen Fällen kann es zu Blausuchtanfällen kommen.

Bei größeren Kindern, die einen noch immer offenen Ductus arteriosus haben finden sich häufiger Atemwegsinfekte, eine schnellere Ermüdbarkeit und eine geringere Belastungsfähigkeit.

Therapie

Bei Frühgeborenen ist das Mittel der ersten Wahl ein medikamentöser Verschluss des Ductus mit Ibuprofen. Gelingt dieser Verschluss nicht, so wird bei sehr kleinen Frühgeborenen der Ductus operativ unterbunden. Später kann er in der Regel im Herzkatheterlabor verschlossen werden, hierzu wird ein kleiner Stöpsel oder eine Spirale eingesetzt.

Ein sehr kleiner persistierende Ductus arteriosus stellt manchmal keinen Grund zur Behandlung dar, die Kinder sind auch mit ihm herzgesund.

Nach Verschluss ist mit keinen Einschränkungen zu rechnen, die Langzeitprognose ist sehr gut.