Vorhofseptumsdefekt

Kinderkardiologie

Leiter:
Prof. Dr. med. Sven Dittrich

Vorhofseptumdefekt

Der Vorhofscheidewanddefekt oder Atriumseptumsdefekt (ASD) gehört zu den häufigsten aller angeborenen Herzfehler.

Beschreibung

Abb. 3.3.1 zum Vergrößern bitte anklicken

Hierbei haben sich in der Herzentwicklung die beiden Vorhofsepten, oder zumindest eines davon, nur fehlerhaft gebildet. Daraus können eines oder mehrere Löcher zwischen den beiden Vorhöfen entstehen.

Kleine Defekte verschließen sich häufig innerhalb der ersten Lebensjahre von allein und fallen nicht auf. Gibt es mehrere Löcher oder sind diese groß, so kommt es zu einem relevanten Blutfluss von links nach rechts (Links-Rechts-Shunt). Das rechte Herzsystem muss durch den erhöhten Blutfluss mehr arbeiten und vergrößert sich. Klinisch fallen diese Defekte in den ersten Lebensjahren meistens nicht auf, unbehandelt können aber später Herzrhythmusstörungen auftreten. 

Symptome

Kleinere Defekte fallen meist nicht oder erst sehr spät auf.

Größere fallen in den ersten Lebensjahren meistens auch nicht auf, unbehandelt können aber später Herzrhythmusstörungen auftreten. Durch die Querverbindung können Blutgerinnsel, die sich zum Beispiel in den Beinvenen bilden, im ungünstigsten Fall Hirninfarkte auslösen.

Therapie

Kleinere Defekte werden lediglich beobachtet, auch ein spontaner Verschluss ist möglich.

Größere Defekte sollten bis zum Schulalter verschlossen werden. Je nach Größe und Lage des Defekts kann dies oft minimalinvasiv im Herzkatheterlabor behandelt werden. Hier wird ein „Doppel-Schirmchen“ eingesetzt, welches von beiden Seiten (in beiden Vorhöfen) das Loch dicht verschließt und im Laufe der Zeit ins Herzgewebe eingebaut wird. In der Regel führt dies zur Beseitigung aller Symptome und es ist keine Nachbehandlung notwendig. Ist die Herzkatheterintervention nicht möglich, so wird der Defekt operativ verschlossen.