Frühjahr 2017

Kinderkardiologie

Leiter:
Prof. Dr. med. Sven Dittrich

Verstärkung im Team der Kinderkardiologie

Dr. med. Wolfgang Wällisch

Seit dem 01.08.2016 ist Herr Wolfgang Wällisch Oberarzt in der kinderkardiologischen Abteilung.
Nach dem Studium in Regensburg und der Weiterbildung zum Kinder-und Jugendarzt in Landshut und Tübingen, begann Herr Wällisch seine kinderkardiologische und intensivmedizinische Ausbildung an der Universitätsklinik in Tübingen.
Während seines 3-jährigen Auslandsaufenthaltes in Australien arbeitete er am  „Heart Centre for Children at Westmead“ (Sydney) und komplettierte hiermit seine kardiologische Weiterbildung. Nach seiner Rückkehr war er  zunächst in der Kinderkardiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover tätig und verstärkt nun seit kurzem das Erlanger Kardiologieteam.  
Sein Interesse gilt neben der kardiologischen Bildgebung vor allem der interventionellen Kardiologie.

 

Verstärkung im Team der Kinderherzchirurgie

Dr. med. Robert Blumauer

Seit dem 01. Oktober 2015 ist Herr Robert Blumauer aus Slowenien als neuer Assistenzarzt in der Kinderherzchirurgie tätig. Herr Blumauer hat seine Ausbildung zum Herzchirurgen in Ljubljana (Slowenien) und am Texas Heart Institute in Houston, Texas (USA) in einem strukturierten Curriculum durchlaufen. Seit April 2009 ist er Facharzt für Herzchirurgie und unterzog sich anschließend einer Weiterbildung zum Kinderherzchirurgen im Chaim Sheba medical Center (Tel Aviv, Israel). Von 2009 bis 2014 war er in Ljubljana kinderherzchirurgisch tätig, bis dort keine Behandlungen mehr vorgenommen wurden, da für ein so kleines Land wie Slowenien zu wenig Patienten jährlich anfallen, um einen solches, hochspezialisiertes Programm zu finanzieren. Um sich weiter zu qualifizieren setzte er daher seine Tätigkeit für eine kurze Zeit in Israel fort bevor wir ihn im Oktober 2015 für unser Klinikteam gewinnen konnten.

Herr Blumauer ist ein sympathischer, sportlich aktiver und sehr begabter Chirurg, der unser Team mit seinen vielfältigen Fähigkeiten ideal ergänzt. Wir sind alle sehr glücklich darüber, dass er unsere chirurgische Mannschaft mit seiner menschlichen und fachlichen Kompetenz bereichert. Im Rahmen der nächsten Kompetenznetztreffen gibt es sicher auch die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung, nachdem die Sprachkenntnisse von Herrn Blumauer bereits exzellentes Niveau erreicht haben.

Hands-on-Kurs und State-of-the-art-Symposium in Erlangen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wir laden Sie herzlich zum nächsten Workshop des Kompetenznetzes für angeborene Herzfehler in Nordbayern - ambulante und stationäre Behandlung -  am 18.03.2017 in der Kinder- und Jugendklinik Erlangen ein. Erstmals findet diese Veranstaltung an einem Samstag statt und hält einige Neuerungen für Sie bereit.

Schon um 10 Uhr startet diesmal das umfangreiche Programm mit neuem Konzept.

Wie gewohnt bieten wir Ihnen interessante Vorträge zum state-of-the-art und haben nach wie vor Raum für angeregte Fachdiskussionen. Es erwarten Sie Vorträge von Echodiagnostik über Intensivversorgung zu speziellen Problematiken im OP.

Zusätzlich können Sie diesen März in sogenannten Hands-on-Kursen selbst Hand anlegen und sich selbst im Rahmen dieses Workshops ausprobieren. Auf mehreren Stationen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Erfahrungen im Bereich der Behandlung und Behandlungstechniken spezieller Herzfehler zu vertiefen.

Hier finden sie den Flyer zu dieser Veranstaltung mit Programm und Wegbeschreibung.

Wir freuen uns auf ein spannendes und lehrreiches Zusammentreffen.

Nach oben

„GOAL DIRECTED PERFUSION“ - zielgerichtete Ganzkörperperfusion im Rahmen von komplexen Aortenbogeneingriffen

Die Reduktion der Mortalität und Morbidität im Rahmen komplexer neonataler Korrekturoperationen oder insgesamt technisch anspruchsvoller Eingriffe ist und bleibt eines der Hauptziele des gesamten chirurgischen Behandlungsteams, zu dem selbstverständlich auch die intraoperativ beteiligten Kinderkardiologen, Anästhesisten und Kardiotechniker gehören. Die von uns gemachte intraoperative Beobachtung, dass der kollaterale Blutfluss über die Interkostalarterien im Rahmen von Aortenbogenoperationen oft nicht dafür ausreicht einen adäquaten Perfusionsdruck in der unteren Körperhälfte zu erzeugen hat uns zu einem Umdenken in unserem Perfusionskonzept für diese Eingriffe bewogen. Eine länger dauernde limitierte subdiaphragmale Durchblutung führt zu einer reduzierten Ausscheidung und einem damit verbundenen Laktatanstieg. Wir sind daher im Rahmen von komplexen Aortenbogeneingriffen zu einer neuen technischen Modifikation übergegangen, der sogenannten selektiven Descendensperfusion. Im Rahmen dieser Operationstechnik wird die Aorta descendens dorsal des Perikards selektiv mit einer Aortenkanüle versehen. Die Herz-Lungen-Maschine kann dann über eine separate Pumpe an diese Aortenkanüle angeschlossen werden, so dass zielgerichtet eine dauerhafte Perfusion der unteren Körperhälfte aufrechterhalten wird, während der Aortenbogen in seiner Gänze von der Perfusion ausgeklemmt ist. Dadurch werden nicht nur die subdiaphragmalen Organe optimal perfundiert, auch die Kollateralarterien zum Rückenmark erfahren durch dieses Setting eine optimierte Perfusion. Klinisch konnten wir feststellen, dass die intraoperativen Laktatwerte weit weniger ansteigen und der perioperative Katecholaminsupport der so perfundierten Patienten niedriger ausfällt als bei konventionell operierten Patienten (nur mit selektiver antegrader Hirnperfusion als Vergleichsgruppe).

Die von uns vorgenommene technische Modifikation ist relativ einfach umzusetzen. Sie erfordert nur einen geringen intraoperativen Mehraufwand, der sich durch eine postoperativ verbesserte Performance dieser kritisch kranken Patienten am Ende des Tages bezahlt macht.

Neugeborenes vor Aortenbogenoperation
1: arterielle Blutdruckmessung in der Leiste
2: arterielle Blutdruckmessung in der rechten A. radialis
3: NIRS-Elektrode bifrontal
4: NIRS-Elektrode renal

NIRS = Nah – Infra – Rot – Spektroskopie
(Messung der intraoperativen Gewebeoxygenierung ≙ „Pulsoxymetrie des Kardiotechnikers“)
1: NIRS-Messung linker Cortex
2: NIRS-Messung rechter Cortex
3: NIRS-Messung subdiaphragmal (Nierenpol)

Alle Messungen im optimalen Bereich bei optimierter Ganzkörperperfusion
NIRS-Messung intraoperativ ohne selektive Descendesperfusion
1: NIRS-Messung linksfrontal
2: NIRS-Messung rechtsfrontal
3: NIRS-Messung subdiaphragmal (Nierenpol)

Die NIRS-Messungen im subdiphragmalen Bereich zeigen für eine kurze Zeit (ca. 20-30 Minuten) durch eine fehlende Kollateralisierung in der Gewebesauerstoffversorgung relativ erniedrigte Werte (im „roten Bereich“)
Selektive Kanülierung der Aorta descendens

Das Perikard linksseitig der Vena cava inferior (1) wurde eröffnet. Linkslateral des Ösophagus ist die Aorta descendens dargestellt und wird über eine an die HLM angeschlossene Aortenkanüle (2) perfundiert.

Terumo Preis für Herrn Frank Münch

Während der 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiotechnik, bzw. der 8. Fokustagung Herz der Deutschen Gesellschaft für Thorax, Herz und Gefäßchirurgie (am 11. November 2016) in Weimar, wurde Herrn Frank Münch der Terumo-Preis verliehen. Die Auszeichnung wurde dem leitenden Kardiotechniker der kinderherzchirurgischen Abteilung für die beste Original-Publikation des Jahres 2015 in der Zeitschrift Kardiotechnik verliehen. Die wissenschaftliche Arbeit befasste sich mit neuen kardioprotektiven Strategien in der Kinderherzchirurgie, die gleichzeitig eine verbesserte Elektrolytstabilität nach modifizierter Blutkardioplegie ermöglichen.

Die prospektive randomisierte tierexperimentelle Studie verglich kalte (4 °C) kristalloide Kardio-plegie (CCC) mit für Säuglinge modifizierter „lauwarmer“ (28 °C) Blutkardioplegie nach Calafiore (MBC) auf Elektrolytverschiebungen und Veränderungen des Säure-Basen-Haushalts im Rahmen von Herzoperationen vor und nach Anwendung der Extrakorporalen Zirkulation (EKZ).

 
Interner Bereich

Benutzeranmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden
Anmelden

Passwort vergessen?