Dezember 2013

Kinderkardiologie

Leiter:
Prof. Dr. med. Sven Dittrich

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Geschäftspartner und Partner im Universitären Kompetenznetz für angeborene Herzfehler in Nordbayern
– ambulante und stationäre Behandlung,

vielleicht haben Sie Informationen aus der Kinderkardiologischen und Kinderherzchirurgischen Abteilung vermisst, vielleicht haben auch Sie nicht gemerkt, wie schnell die Monate im Arbeitsalltag verfliegen.

Viele von Ihnen haben sich an der Zuweiser-Befragung beteiligt. Ihnen allen ein herzlicher Dank hierfür. Sie haben uns u.a. rückgemeldet, wie hilfreich es ist genau zu wissen, welches Behandlungsspektrum die Klinik hat und wer die maßgeblichen Köpfe in der Klinik sind.

Die Zuweiser-Befragung war die zweite in fünf Jahren und Teil unseres Qualitätszertifizierungsprozesses, den wir mit dem Erreichen des Etappenziels DIN ISO 9001:2008 - Zertifikat durch den TÜV Süd im September dieses Jahres weiter vorangebracht haben.

Medizinische Spitzenleistung, Patientenorientierung und Zuweiserorientierung sind die tragenden Säulen unseres Qualitätmanagementsystems. Unsere Patienten bemerken die immer bis zum letzten Bett belegte Station. Wir schaffen Abhilfe – umsetzen können werden wir diese erst nach Bezug des in der Renovierung befindlichen C-Baus der Kinderklinik.

Wir hoffen, die nachfolgenden Beiträge geben Ihnen den gewünschten Einblick in die medizinischen, organisatorischen und menschlichen Entwicklungen der Kinderkardiologischen und Kinderherzchirurgi-schen Abteilung.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre

Prof. Dr. med. S. Dittrich
Prof. Dr. med. R. Cesnjevar

 

Bild von Prof. Dr. med. S. Dittrich und Prof. Dr. med. R. Cesnjevar

Aus der Kinderkardiologie

Das Abteilungssekretariat stellt sich vor

Ihre Ansprechpartner im Abteilungssekretariat der Kinderkardiologischen Abteilung sind Ulrike Maier und Dominique Goth. Frau Maier ist gelernte Arzthelferin, verfügt über eine langjährige Erfahrung als Sekretärin im medizinischen Bereich und ist seit zwei Jahren im Sekretariat der Kinderkardiologischen Abteilung tätig. Frau Goth ist gelernte Rechtsfachwirtin und vervollständigt als „Neuzugang" seit Oktober diesen Jahres das Abteilungssekretariat.

Beide Damen kümmern sich sehr engagiert um all die täglichen Belange und Erledigungen, welches ein Sekretariat der Abteilungsleitung mit sich bringt. Das Chefsekretariat fungiert als eine zentrale Anlaufstelle mit einer Kombination aus Organisation und Planung und steht für Diskretion und Zuverlässigkeit. Die Gesundheit und das Wohlergehen der kleinen Patienten hat auch hier oberste Priorität.

Bild von Dominique Goth und Ulrike Maier
Dominique Goth und Ulrike Maier

Abschied: Prof. Dr. med. Andreas Koch verlässt zum Jahresende die Kinderkardiologische Abteilung

Prof. Dr. med. Andreas Koch

Prof. Dr. med. Andreas Koch geht in die Niederlassung.

Fast 20 Jahre war Prof. Dr. med. Andreas Koch am Universitätsklinikum Erlangen ärztlich tätig. Seit Juli 2007 nach kurzer kommissarischer Leitung als leitender Oberarzt mit Zuständigkeit für das Herzkatheterlabor und die Ambulanz.

Viele Kinderkardiologinnen und Kinderkardiologen hat er ausgebildet, unzählige Kollegen suchten schon seinen Rat und viele Patienten und ihre Familien vertrauen ihm schon ein Leben lang. Jetzt füllt er selbst eine sich ungeplant auftuende Lücke im ambulanten, fachärztlichen Versorgungsnetz.

Der Schritt vom akademischen Direktor in die Niederlassung ist sicher kein leichter. Doktoranden, Staatsexamina und das breite disziplinäre Umfeld des Universitätsklinikums waren über lange Jahre Teil der täglichen Herausforderung und des ärztlichen Lebens.

Ich persönlich möchte meine besten Wünsche für die neue Etappe des kinderkardiologischen Berufslebens verbinden mit meinem herzlichsten Dank für die loyale, menschlich und fachlich herausragende Unterstützung der letzten fünf Jahre. Ich weiß jetzt aber auch einen weiteren starken ambulanten Partner an unserer Seite, auch mit ausgewiesener EMAH-Kompetenz, die wir so dringend in der ambulanten Betreuung benötigen. Hier persönlich alles Gute mit hoffentlich noch vielen zufriedenen gemeinsam behandelten Patienten.

Prof. Dr. med. Sven Dittrich

Lehrbefugnis: Habilitation von PD Dr. med. Martin Glöckler

PD Dr. med. Martin Glöckler

Dr. med. Martin Glöckler habilitierte sich für das Fach Kinder- und Jugendmedizin. Mit der Antrittsvorlesung am 04.12.2013 erlangte Dr. med. Martin Glöckler die Lehrbefugnis für das Fach Kinder- und Jugendmedizin und ist nun Privatdozent der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg.

Die Forschungsschwerpunkte von PD Dr. med. Martin Glöckler sind die bildhafte Darstellung und die Bildverarbeitung angeborener Herzfehler. Seine weltweit anerkannten Arbeiten haben dazu beigetragen, durch Bildfusionierung und Überlagerung morphologisches Wissen für Therapieplanung und im Herzkatheterlabor auch für die Therapie selbst nutzbar zu machen. Darüber hinaus beschäftigte sich Herr PD Dr. med. Martin Glöckler mit verschiedenen Aspekten des Strahlenschutzes, ebenfalls zum unmittelbaren Nutzen unserer Patienten.

Ab Januar 2014 wird Herr PD Dr. med. Martin Glöckler seine klinische und seine Forschungsarbeit als Leiter des Herzkatheterlabores und leitender Oberarzt der Abteilung weiterführen.

Aktuelles

TÜV Rheinland LGA: Zertifizierung der Kinderkardiologischen Abteilung

  • Am 09.09. und 10.09.2013 absolvierte die Kinderkardiologische Abteilung ein externes Audit (geprüft durch: TÜV Rheinland LGA) zur Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2008.

Was bringt uns diese Zertifizierung?

  • geordnete Strukturen in der gesamten Abteilung
  • bessere Zusammenarbeit der einzelnen Station
  • Motivation für ALLE
  • Ausmerzen alter Gewohnheiten
  • Transparenz für Patienten, Zuweisern und Mitarbeitern

Im Rahmen dessen stellten wir ein geregeltes Kommunikationsnetzwerk auf. Dafür steht Ihnen eine zentrale Telefonnummer zur Verfügung:

09131 85-33721 (Mo.-Do. 8.00 -16.15 Uhr & Fr. 08.00 - 13.30 Uhr)

09131 85-33740 (außerhalb der oben genannten Zeiten)

Prof. Dr. med. Dittrich und sein Team zeigen das Zertifikat.
Am 10.09.2013 wurden wir erfolgreich nach DIN ISO 9001:2008 zertifiziert.

Pflegefortbildung in der Kinderkardiologischen Abteilung

Die Kinderkardiologische Abteilung der Universitätsklinik Erlangen betreut auf Ihren beiden Stationen im Jahr über 600 Kinder mit den verschiedensten Herzfehlern.

Je besser das Krankheitsbild des Patienten, die Medikamente und die eingesetzten Geräte verstanden werden, desto selbstverständlicher können Sie diese in Alltags- und Notfallsituationen verwenden.
Für alle Pflegekräfte, „Neueinsteiger" aber auch „Profis", Arzthelferinnen von Praxen des Nordbayrischen Kompetenznetzes oder auch interessierte Pflegenden anderer Abteilungen, hat das Team der Kinderkardiologie Erlangen deshalb eine Fortbildung vorbereitet.
Die Themengebiete sind an den Alltag auf einer kardiologischen Station angepasst.
Die Fortbildung findet immer am ersten Dienstag im „ungeraden" Monat von 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr am Universitätsgelände Erlangen statt. Ein entsprechender Flyer mit noch weiteren Informationen geht Ihnen in den nächsten Tagen zu. Dort finden Sie dann auch ein Anmeldeformular für externe Teilnehmer.

Umzug: Baufortschritt des C-Baus

Momentan wird der „C-Bau" der Kinderklinik saniert und ausgebaut. Die Baumaßnahmen schreiten gut voran.
Geplant ist die Fertigstellung des C-Baus bis Ende 2015; der Umzug soll dann Anfang 2016 erfolgen.
Im Erdgeschoss des C-Baus wird wie zuvor unsere Kinderkardiologische Ambulanz untergebracht werden, jetzt allerdings im Erweiterungsbau nach Norden zur Loschgestraße (s. Foto).
Bis dahin ist unsere Ambulanz provisorisch in der Alten Medizin untergebracht; wir freuen uns auf den Umzug in die großzügigen neuen Räumlichkeiten.

Animierte Darstellung des neuen C-Baus
So stellen sich die Architekten die neue Ansicht des C-Baus vor

Gleidys Feliz aus der Dominikanischen Republik

Gleidys mit ihrer Mutter und ihrer Dolmetscherin.

Im Sommer 2013 wurde an der Klinik für Kinderkardiologie und an der Klinik für Kinderherzchirurgie eine kleine Patientin aus der Dominikanischen Republik behandelt. Die 9 Monate alte Gleidys wurde mit einer Trisomie 21 und dem dafür typischen Herzfehler, einem kompletten atrioventrikulären Septumdefekt, geboren.

Über einen deutschen Bekannten, der beruflich viel in der Heimat des Mädchens zu tun hat, kam Gleidys mit ihrer Mutter nach Erlangen. Unterstützt wurde die Familie außerdem von der Aktion "Kinderherz OP" und der Fluggesellschaft Condor. Leider konnte der Vater seine kleine Tochter auf ihrer Reise nicht begleiten, er ließ sich jedoch alle zwei Tage von der Mutter über den Stand der Behandlung unterrichten.

Diese zog sich länger hin als ursprünglich gelant. Da das Mädchen bei seiner Ankunft nur knapp 4 Kilogramm wog und damit ein erhöhtes Operationsrisiko zu tragen hatte, wurde von den beiden behandelnden Chefärzten, Professor Dr. med. S. Dittrich und Professor Dr. med. R. Cesnjevar, beschlossen, Gleidys erst eine zeitlang aufzupäppeln und zu stabilisieren, bevor die lebensrettende OP durchgeführt werden konnte. Gut 4 Wochen später war es soweit: Am 10.07.2013 wurde der AVSD von Herrn Prof. Dr. Cesnjevar und seinem Team in Doppelpatchtechnik korrigiert.

Gleidys erholte sich im Anschluss gut von den Strapazen der Operation. Aufgrund eines hartnäckigen Perikardergusses verzögerte sich jedoch auch die Heimreise. Die Patientin und ihre Mutter waren zwischenzeitlich in einer Gastfamilie untergebracht. Am 15.09.2013 konnten die beiden endlich die weite Reise zurück in die Karibik antreten.

Von Herzen gerne geben...

Wir möchten Ihnen über die Behandlung und Begleitung eines jungen Menschen berichten, dessen Leben sich im Frühjahr dieses Jahres dramatisch veränderte. Dieser Jugendliche heißt Marc und ist 14 Jahre alt. Wir werfen einen kurzen Blick auf seine lange Krankengeschichte.

Neben einigen nichtkardialen Fehlbildungen kam er mit einem Kammer- und Vorhofscheidewanddefekt zur Welt, wobei sich letztere selbst verschlossen. Mit 7 Jahren entwickelte sich bei Marc aufgrund einer Reizleitungsmyokarditis ein AV-Block 3. Grades, woraufhin er dauerhaft schrittmacherpflichtig wurde.

Die folgenden Jahre durfte er ein weitestgehend normales Leben führen. Erst im Dezember 2012 verschlechterte sich sein Allgemeinzustand überraschend und beträchtlich. Eine Biopsie des Herzmuskels ergab die Diagnose einer dilatativen Kardiomyopathie. Marc musste aufgrund der Schwere des Krankheitsverlaufs auf die Herztransplantationsliste als "high-urgency"-Patient gesetzt werden.

Trotz einer zwischenzeitlichen Stabilisierung dekompensierte Marcs Herzleistung nur wenige Wochen später vollends. Der Blutauswurf der linken Kammer war auf ein lebensbedrohliches Minimum abgesunken. Dies veranlasste uns, operativ ein Kunstherz einzusetzen, welches die Funktion der linken Herzkammer ersetzt.

Nur einen Tag nach der erfolgreichen Operation geriet Marc in ein totales Nierenversagen, welches ihn bis zum heutigen Tag dialysepflichtig machte. Es folgte ein längerer, von mehreren lebensbedrohlichen Komplikationen behafteter Aufenthalt auf der Intensivstation. Erst nach Wochen konnte er auf die Normalstation verlegt werden, wo er 6 Monate auf eine Herztransplantation wartete. 6 Monate der Rehabilitation und um seinen Status als "high-urgency"-Patient auf der Transplantationsliste nicht zu gefährden. Obwohl die akuten und teils lebensbedrohlichen Herausforderungen für Marcs Gesundheit durch die umfangreichen Möglichkeiten der modernen Intensivmedizin gemeistert werden konnten, so ist hierdurch lediglich eine Zwischenlösung geschaffen, die Marcs Überleben durch Maschinen garantiert. Jedoch mussten sich Marc und wir als sein betreuendes Team einer ganz anderen Herausforderung stellen: der Ungewissheit, wann ein Spenderherz kommen wird.

In der heutigen Zeit sind Ärzte gewohnt einfach zu handeln, da ihnen viele Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Es stellt allerdings eine große Geduldsprobe dar, einfach nur zu warten. Und zu warten. Und zu warten.

Wenn ein längeres Warten nicht vermeidbar war, so stellten wir uns eine andere Frage, nämlich, wie dieses Warten zu gestalten sei. Hier nun beschritten wir einen international gesehen völlig neuen Weg. Wir strebten an, Marcs Lebensqualität entscheidend zu verbessern indem wir ihn nach Hause entließen. Und dies ohne seinen „high-urgency-Status" zu verlieren. Es funktionierte!

Marc geht es den Umständen zu Hause entsprechend gut. Er wartet und HOFFT noch immer auf sein Spenderherz.

Deshalb appellieren wir an alle, sich zur Organspende zur Verfügung zu stellen und von Herzen gern zu geben, was Leben schenkt.

Ausgezeichnete Kinderherzchirurgen

Am Universitätsklinikum Erlangen sind Kinder mit komplexen Herzfehlern in den besten Händen. Die Kinderherzchirurgische Abteilung (Leiter: Prof. Dr. Robert Cesnjevar) wurde jetzt von der Europäischen Fachgesellschaft für Herz-, Thorax und Gefäßchirurgie erneut mit einem Zertifikat ausgezeichnet.

Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Erlanger Kinderherzchirurgen die ohnehin niedrige Mortalität nach einer Herz-OP bei älteren Kindern trotz Zunahme von komplexen Erkrankungen um 20 Prozent auf nur noch 1,3 Prozent senken. „Damit belegen wir im europäischen Vergleich wieder eine Spitzenposition", sagt Prof. Cesnjevar.

Prof. Cesnjevar mit einem seiner kleinen Patienten

Prof. Cesnjevar freute sich mit seinen für das Qualitätsmanagement zuständigen Mitarbeitern Dr. Ariawan Purbojo und Johannes Rösch über das äußerst positive Resultat der Begutachtung und betonte, dass die hohe Behandlungsqualität nur in guter Teamarbeit möglich gewesen sei.

 
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